Projekte...

So, die Nähmaschine ist erstmal kaputt, arbeiten muss ich grad auch nicht, ich brauche also Beschäftigung. Leider ist das so bei mir, ich bin ein chronischer Sachenmacher. Dabei übersehe ich ganz gern die Dinge, die wirklich getan werden müssten (das Bad putzen, den Gefrierschrank abtauen oder das Baby baden) - ich mache mit Inbrunst Sachen die kein Mensch braucht. Davon dann aber gern drei oder vier auf einmal. Überall türmen sich meine angefangenen "Projekte". Den Lieblingsmensch regt es manchmal auf, dass ich nie einfach nur einen Film anschauen kann. Ich übertrage nebenher Schnittmuster auf Papier, klebe Fotos ins Babyalbum oder lese ein Buch. Ja, das geht. Den Film krieg ich trotzdem mit, jedenfalls die für mich und mein Verständnis von der Handlung relevanten Szenen.

 

Momentan sieht es hier so aus, dass im Wohnzimmer die 17 Kilo Muscheln aus dem Urlaub aufgetürmt sind - daraus sollen Klimperketten für den Baum im Garten gebastelt werden. Außerdem liegt dort ein halb fertiges 1000-Teile-Puzzle (das 1500er aus dem letzten Post ist wieder eingeräumt worden, als ich nach 5 Stunden gemerkt hab, dass es gar nicht auf den Tisch passt) und es stehen 3 große Umzugskartons voller Klamotten rum, nachdem ich es heute früh für eine gute Idee hielt, die gesamte im Haus befindliche Kinderkleidung doch mal im Wohnzimmer zum Sortieren auszubreiten.

 

Trotzdem brauche ich ein neues Projekt. Und TADAA, fällt mein Blick auf die DVD mit unseren (wunderschönen) Hochzeitsfotos, die die liebste Freundin gemacht hat.  Heute abend ist also Bildbearbeitung dran. Ein paar Fotos von der Deko zeig ich mal, denn die hat mich viel Zeit und Herzblut gekostet.

Das Candybuffet. War ratzfatz alle.

Die Reistütchen (genäht nach einem dawanda-Tutorial, dass ich jetzt gerne verlinkt hätte, aber nicht mehr finde) und ein Platzkarte.

Man sollte nicht unterschätzen wieviel Arbeit es macht, diese blöden Pompoms aufzuzupfeln. Verschätzt hab ich mich auch bei der Anzahl der Äpfel, die wir als Tischkarten hatten. Da essen wir nämlich jetzt noch dran. Falls es jemanden interessiert: 18 Kilo Granny Smith sind ungefähr 120 Stück.

Und nochmal mit den Blumen, zu denen es eine witzige Geschichte gibt. Die hab ich nämlich am Hochzeitstag mittags zusammen mit der Lieblingsfreundin auf einem Selberpflückfeld geholt. Also Auto abgestellt und rein ins Feld. Mit dem ersten Arm voller Blumen zurück - und wieder weit rein ins Feld, das ziemlich groß ist. Da höre ich die Freundin rufen. Schaue hoch, verstehe sie nicht. Sie ruft nochmal. Versteh ich wieder nich, denke "Ach..." und pflücke weiter. Tatsächlich hatte sie gerufen "Hast du umgeparkt?", denn das Auto war weg. Der Bautenzug der Handbremse war gerissen, das Auto rückwärts auf dem abschüssigen Feldrand ins Rollen gekommen, knappe 30 Meter den Abhang runtergedüst und schließlich mitten im Feld zum Stehen gekommen. Bei dem Versuch, es wieder auf die Strasse zu kriegen habe ich es im Feld festgefahren, und nur dem beherzten Eingreifen der Freundin, unter Zuhilfenahme aller Fußmatten, habe ich es zu verdanken, pünktlich auf der eigenen Hochzeit erschienen zu sein.

Eigentlich wollten wir diese Geschichte für uns behalten. Doch nicht nur das von außen wie von innen schlammverschmierte Auto hat uns verraten, sondern auch die zwei Handvoll Gladiolen, die hinten in der Stoßstange steckten. So ist das manchmal.

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mambapferd ist

von der guten Seite, nerdy, Turnschuhträgerin, Mama von zwei Jungs, stiller Beobachter, viel zu häufig Gutmensch, eine gute Köchin, kreativ, für gemeinsames Schweigen zu haben, gerne am Meer, dickköpfig, verheiratet, in der Lage Ruhe ausstrahlen zu können, Nutella-mit-Käse-Esser, manchmal schwer von Begriff, ein überschaubares Risiko für den Straßenverkehr, leicht zu begeistern, schockiert wie alt ich schon bin.

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