Viel passiert

So, endlich sind wir auch wieder da. Nach knapp zwei Wochen sind wir gestern nacht in eine komplett ausgekühlte Wohnung zurückgekehrt. Heute früh dann auch prompt verschlafen, der Büps war den ganzen Morgen knatschig, weil ich ihn nicht rechtzeitig für den Kindergarten fertig gemacht hatte und er zuhause bleiben musste.  Zu allem Überfluss ist der Lieblingsmensch heute mit Fieber aufgewacht, bzw. eben auch nicht aufgewacht, krank. Das hatte sich gestern abend schon abgezeichnet, Schüttelfrost und Übelkeit haben uns schon auf der Heimfahrt begleitet. Eigentlich wollten wir gar nicht so lange wegbleiben, aber Tag um Tag verstreicht und es tut einfach gut, sich mal um (fast) nichts kümmern zu müssen. Ganz faul war ich aber nicht, zusammen mit dem Büps habe ich das wahrscheinlich häßlichste Pfefferkuchenhaus der Welt gebaut. Man beachte die Zahnstocher, die das Ding einigermaßen in Form halten.

Gestanden hat es allerdings eh nich lange, kaum eine halbe Stunde später hat der Büps seine Zähne ins Dach geschlagen, um mit vollem Mund und Brösel verlierend "...der Wind, der Wind.." zu hauchen.

Auch ein Grund, warum es dem Büps bei Oma so gut gefallen hat, ist die Dauerbaustelle vor der Tür. Seit Mai wird dort aufgebuddelt, zugeschüttet, aufgebuddelt, zugeschüttet, aufgebuddelt und zugeschüttet. Jetzt könnte man bei der langen Bauzeit an eine Großbaustelle denken, dort wird aber nur die Straße geteert. Das Ganze muss man sich ungefähr so vorstellen: Bautrupp 1 baggert einen Kanal um ein Rohr zu verlegen. Rohr wird verlegt, Kanal zugeschüttet, Erdreich verdichtet. Am nächsten Tag kommt Bautrupp 2. Baggert den Kanal wieder auf und schweißt Anschlussstücke an das Rohr. Kanal wird zugeschüttet, Erdreich verdichtet. Am nächsten Tag - ihr erratet es sicherlich - Bautrupp 3, der den Kanal aufgräbt, Flansche an die Anschlusstücke setzt, den Kanal zuschüttet und, ganz wichtig, das Erdreich darüber wieder fest verdichtet. Auf diese Art und Weise werden dort seit 6 Monaten Wasser-, Gas-, Strom- und Glasfaserkabel verlegt. Wer jetzt Ahnung vom Straßenbau hat, möge mir die Ausdrücke wie Flansche und Anschlusstücke verzeihen - ich habe keinen blassen Schimmer, was genau die da gemacht haben. Immerhin hat man was zum gucken.

Nicht wundern über die vielen Aufkleber am Fenster. Der Büps hat sich austoben dürfen und diese Dinger an die Scheiben kleistern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man mir das vor 30 Jahren nicht hätte durchgehen lassen, aber meine Eltern werden wohl altersmilde. Und auch ein klein wenig seltsam. Im Keller werden die absurdesten Dinge gehortet. Dosenwurst und Schinken sind ja eher normal, bei meinen Eltern finde sich auch Schwämme, Eimer und Glühbirnen - neu und originalverpackt - im großen Stil. Zum Füttern der Vögel hat mein Papa auch eine ganz eigene Theorie, die brauchen nämlich was "Richtiges". Letzte Woche hat er eine Kassler-Rippe ans Vogelhäuschen gebunden, die leider bei den heimischen Singvögeln nicht den erwarteten Zuspruch fand. Und auch das neben dem Vogelhäuschchen angerichtete Sauerkraut lag nach Tagen nur unangetastet da. Vermutlich gehts denen einfach zu gut.

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Kommentare: 1
  • #1

    die Kim (Donnerstag, 22 November 2012 22:32)

    Hallo du,

    ich bin vor kurzem auf deinen Blog gestoßen und finde es sehr nett bei dir..Und jetzt wo ich weiss das deine Elter Kassler ans Vogelhaus hängen ist mir das ganze noch viel sympathischer *ichlachmichweg

    GlG aus Oldenburg
    die Kim

mambapferd ist

von der guten Seite, nerdy, Turnschuhträgerin, Mama von zwei Jungs, stiller Beobachter, viel zu häufig Gutmensch, eine gute Köchin, kreativ, für gemeinsames Schweigen zu haben, gerne am Meer, dickköpfig, verheiratet, in der Lage Ruhe ausstrahlen zu können, Nutella-mit-Käse-Esser, manchmal schwer von Begriff, ein überschaubares Risiko für den Straßenverkehr, leicht zu begeistern, schockiert wie alt ich schon bin.

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