DIY - Eingefilzte Seife

Eingefilzte Seife hab ich vor ein paar Wochen zum allerersten Mal gesehen und fand das super. Gibt ganz feinporigen Schaum beim Händewaschen und glitscht nicht weg, wenn kleine Kinderhände damit hantieren.

Mit der Idee im Hinterkopf bin ich vor ein paar Tagen an einem Wollgeschäft vorbei gelaufen und mit meinem rudimentären Halbwissen vom Filzen war für mich klar: Zum Filzen braucht man Wolle. Also nix wie rein in den Laden und dieses bunte Knäuel gekauft.

Später in der Drogerie vor den Seifen war ich überrascht, was ein Stück Seife kostet. Ganz normale Nivea-Seife (riecht für mich nach Kindheit  und dem Bad am Samstagabend) kostet 50 Cent. Wie wertvoll früher sowas mal war...

Zuhause dann das Seifenstück mit Wolle umwickelt und angefangen, unter heißem Wasser damit rumschrubbeln. Das ging grandios in die Hose - einer einer knappen Stunde dachte ich, meine Haut löst sich ab und das Seifenstück war grade erstmal ansatzweise verfilzt. Dazu klafften aber schon die ersten Löcher in der Hülle. Shit. Also eine kurze Pause um Handcreme einwirken zu lassen. Und dann weitergeschrubbelt, bis das Ding einigermaßen ansehnlich war und am Nachmittag verschenkt werden konnte, ohne dass ich mich schlimm schämen musste.

Wer filzen kann, der weiß, dass ich alles falsch gemacht hab, was man dabei nur falschmachen kann.

 


Am Abend hab ich mir dann ein paar Jupp-Jupp-Videos (sagt der Büps) dazu angeschaut - hätte ich das doch mal vorher gemacht, ich hätte mir und meinen Händen viel Elend erspart. Was ich gelernt hab: Filzen ist zwar nicht soo schwer, aber es erfordert einen gewissen Grad an Können uns Ausdauer. Also nix für nebenher. Ich hab dann erstmal die Wolle nach Farben sortiert - das muss man zwar nicht, fand ich aber gut - und dann angefangen, das Ganze aufzubbeln, so dass man Wollfasern erhält.

Dann das Seifenstück in die Wollfasern einwickeln, bis es blickdickt umhüllt ist. Alle Filztanten werden jetzt wahrscheinlich mitleidig den Kopf schütteln, beim Anblick meines Zwischenergebnisses. Die kontrastfarbigen Streifen gehören nämlich eigentlich auch besser aufgezuppelt, so dass keine so scharfe Trennung der Faserstränge auftritt wie bei mir hier. Das Bild dient also de Veranschaulichung, wie man es besser nicht macht.

Ich hab das Ding dann in eine dünne Socke eingewickelt und aus dem Wasserkocher langsam richtig heißes Wasser drübergekippt. Für eine Grundfilzigkeit quasi. Dann wie gewohnt schrubbeln, aber hardcore, umd dazwischen immer wieder ein Schluck heißes Wasser drüberkippen.

Mit dem Endergebnis, das noch deutlich ausbaufähig ist, bin ich aber erstmal gar nicht so unzufrieden. Bei jedem Händwaschen verschwurbelt der Filz noch ein bißchen weiter und schrumpft mit dem kleiner werdenden Seifenstück ein, bis am Ende nur noch eine Filzkugel übrig ist. Bis Weihnachten üb ich dann mal noch ein bißchen.


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mambapferd ist

von der guten Seite, nerdy, Turnschuhträgerin, Mama von zwei Jungs, stiller Beobachter, viel zu häufig Gutmensch, eine gute Köchin, kreativ, für gemeinsames Schweigen zu haben, gerne am Meer, dickköpfig, verheiratet, in der Lage Ruhe ausstrahlen zu können, Nutella-mit-Käse-Esser, manchmal schwer von Begriff, ein überschaubares Risiko für den Straßenverkehr, leicht zu begeistern, schockiert wie alt ich schon bin.

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