Shirt mit Guckloch nähen

Heute gibts von mir eine Anleitung, wie man ein Guckloch näht. 

Dazu gekommen bin ich, als ich den Kleiderschrank der Jungs ausmistet habe und mir zwei Sachen in die Hände fielen, die so nicht mehr unbedingt tragbar waren. Das Löwen-T-Shirt war auch dem kleinen Mann inzwischen zu klein, das Langarmshirt passte zwar noch, hatte auf der Brust aber einen hartnäckigen Fleck.

 

Jetzt ist es so, dass ich nur ungern Sachen wegwerfe. Passt insofern, als dass ich auch nicht gern neue kaufe. Die Kleidung der Jungs nähe ich entweder selbst oder kaufe sie second hand, bis auf ein paar Ausnahmen (Schuhe und Unterwäsche gibts natürlich neu ;) Wenn es in Bangladesh Leute gibt, die 16 Stunden am Tag nähen, damit wir Shirts für fünf Euro kaufen können, dann kann ich das vor mir selbst besser rechtfertigen, wenn dieses Shirt möglichst lange und sinnvoll genutzt wird. 

Also war klar, dass aus diesen beiden Teilen ein Upcycling-Projekt wird.

Hier sind also die beiden Ausgangs-Shirts, aus denen jetzt jeweils ein kreisrundes Loch ausgeschnitten wird. Das Loch im Langarmshirt - das später das Guckloch wird, das Fensterloch sozusagen - sollte mindestens im Durchmesser 4 cm kleiner sein, als der runde Stoffteil, der dann eingesetzt wird. 

 

Als Kreisschablone nehme ich Topfdeckel aus Glas, die haben gleich die richtige Größe und haben den Vorteil, dass ich sehen kann, ob das Motiv auch mittig im Ausschnitt sitzt. 

 

Wer nach dieser Methode kleine Peekaboos näht, der kann Trinkgläser verwenden.

Auf dem dunklen Stoff habe ich mit einem weißen Buntstift meine Schnittlinie vorgezeichnet. Im Blitzlicht sieht man jetzt auch Fleck, der gleich mit entfernt wird :)

 

Entlang der Linie nun entweder mit einer Schere oder - effektiver - mit einem Rollschneider ausschneiden. Der Rollschneider ist bei mir das Arbeitsgerät, von dem ich jetzt nicht mehr weiß, wie ich je ohne ihn zurecht gekommen bin.

 

Nicht vergessen ein Schneideunterlage ins Shirt zu schieben, damit nicht Vorder- und Rückseite mitzerschnibbelt werden. Die hier sind übrigens super für sowas.

Mit einer Schere das "Fensterloch" umlaufend einschneiden, ca. 1 cm weit und auch mit einem Abstand von ungefähr einem Zentimeter.

 

Diese Einschnitt sind dafür gedacht, dass man den Rand sauber, ohne Falten, nach innen schlagen kann. So entsteht eine saubere Kanet am Guckloch. Bei Jersey ist das nicht unbedingt nötig, denn er franst nicht aus. Der Rand rollt sich dann nur ein bißchen mit dem Fadenlauf, das kann man auch gut stehen lassen.

 

Wichtig ist dieser Schritt jedoch, wenn man ein Guckloch in stark fransende Stoffe schneidet, wie zum Beispiel Jeans.

Das Langarmshirt auf links ziehen und den eingeschnittenen Rand nach aussen (also nach hinten) bügeln.

Sorry für das unscharfe Bild, ohne Blitz kann man aber besser erkennen, wie es hinterher aussehen soll.

 

Die umgebügelte Kante einmal rundherum mit einem einfachen Gradstich festnähen. Ich hab dazu ein kontrastfarbiges Garn genommen, ein helles Blau wie auf dem Löwenshirt.

Aus dem alten T-shirt wird (auch mit Glasdeckel) das einzusetzende Motiv ausgeschnitten. Wie schon erwähnt, sollte der Durchmesser dieses Kreises mindestens vier Zentimeter mehr haben. Der Durchmesser des Fensterlochs hat sich schließlich durchs Umbügeln schon um mindestens zwei Zentimeter vergrößert und ein bißchen Überlappungsfläche sollte ja auch noch da sein.

 

Dicht am Rand klebe ich Stylefix einmal rundherum, um die Teile vor dem Nähen rutschfest miteinander zu verbinden. Das geht sicher auch mit Stecknadeln, aber das wäre echt mühsam.

Nun wird nur noch das Bild aufs Guckloch genäht. Wer es ganz sauber haben möchte, der muss das Shirt wieder auf rechts wenden, die Garnfarbe an das Ausgangsshirt (also ans Fensterloch) anpassen und einmal vorsichtig und knappkantig absteppen.

 

Das Wenden war mir persönlich aber zu heikel, damit sich das Stylefix nicht wieder löst. Und sauber und ordentlich wollte ich´s eh nicht :) Ich bin mit dem Kontrastgarn gleich drei Runden um den Ausschnitt gefahren, so fällt es überhaupt nicht auf, dass die Naht nicht  paralell zum Ausschnitt läuft. Es sieht eher gewollt lässig aus.

 

Geht natürlich auch auf Taschen, Hosen, Jacken.... ach, da fällt euch schon was ein.

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Kommentare: 2
  • #1

    zocha näht (Donnerstag, 21 November 2013 22:50)

    Das ist eine tolle Idee mit dem Guckloch!
    Danke, dass du sie mit uns teilst!

  • #2

    Britta (Sonntag, 13 April 2014 17:52)

    Und schon wieder so eine richtig tolle Idee!

mambapferd ist

von der guten Seite, nerdy, Turnschuhträgerin, Mama von zwei Jungs, stiller Beobachter, viel zu häufig Gutmensch, eine gute Köchin, kreativ, für gemeinsames Schweigen zu haben, gerne am Meer, dickköpfig, verheiratet, in der Lage Ruhe ausstrahlen zu können, Nutella-mit-Käse-Esser, manchmal schwer von Begriff, ein überschaubares Risiko für den Straßenverkehr, leicht zu begeistern, schockiert wie alt ich schon bin.

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