Das Jahr 2013 in Büchern // Eulenglück

Vorweg wünsche ich euch ein gutes neues Jahr, ich freu mich auch in 2014 auf eure Kommentare und emails und auf viele, bunte, selbstgemachte Sachen! Apropos bunt und selbstgemacht: Die Eule aus der letzten Adventsverlosung geht an Sandra. Herzlichen Glückwunsch!

 

Wie schon im letzten Jahr möchte ich an dieser Stelle ein paar Buchtipps loswerden. Nicht alle Bücher, die ich im letzten Jahr gelesen bzw. gehört habe, haben es in den Rückblick geschafft. Zusammen mit den Hörbüchern waren es knapp über 50, ich beschränke mich hier mal auf 12. Mit meinem Audible-Abo bin ich immernoch ganz happy, so kann ich mich neben dem Nähen noch berieseln lassen.


Sehr, sehr gerne lese ich Graphic Novels. Oft ist dabei zusätzlich zur Geschichte jedes Bild ein kleines Kunstwerk. In (01) Persepolis erzählt das Kind linker Intellektueller von ihrer Kindheit im Iran. "Ich erzähle", sagt Marjane, "die große Geschichte anhand der kleinen Geschichte." Die Hintergründe der iranischen Revolution sind zwar bekannt, aber die Perspektive und der lockere Ton sind neu.

(02) "Liebe schaut weg" ist so etwas wie das Familienalbum von Line Hoven. Die Geschichte wäre schnell erzählt, wenn sie sich nicht die unfassbare Mühe gemacht hätte, jede Szene aus Schabkarton zu kratzen. Diese Technik kennt vielleicht der ein oder andere noch aus dem Kunstunterricht in der Schule - ein Blatt mit Wachsmalstiften komplett bemalen, schwarze Wasserfarbe drüber und dann das Schwarz wegkratzen, um ein Bild entstehen zu lassen. In etwa so funktioniert auch der Schabkarton. Wenn man nun die Seiten des Buches nochmal betrachtet, weiß man, dass man hier ein Kunstwerk in Händen hält.

(03) Blankets ist eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich kenne. Man sagt ja, die erste Liebe begleite einen für immer. Craig Thompson reiht die schönen und tragischen Momente seiner Jugendliebe zu einem 600-Seiten-Werk aneinander.


Nick Hornby can do no wrong. (04) Slam ist sicher nicht sein bestes Werk, aber dennoch eines der unterhaltsamsten Bücher, die ich letztes Jahr gelesen habe. In (05) "Weißer Oleander" gehts auch, wie im Vorgänger, ums Erwachsenwerden, auch wenn Protagonistin Astrid auf eine viel schmerzlichere Art erleben muss, wie Manipulation und Autorität die eigene Identität verblassen lassen können.

(06) "Das Orchideenhaus" führte wochenlang die Bestsellerlisten an, was mich zum Kauf verleitet hat. Die Rahmenhandlung (verarmter Adliger verliebt sich in eine Frau, die sich an der Südküste Englands von einem schweren Schicksalschlag erholt) ist  feinster Rosamunde-Pilcher-Stoff, die Ausflüge in die Vergangenheit verdichten die Story zwar ganz gut, aber das Ganze bleibt ein rührseeliges Klischee.


Gibt es überhaupt jemanden, der den (07) "Hundertjährigen" nicht gelesen hat? Viel bleibt da nicht zu sagen, Gaunerkomödie meets Geschichtsunterricht. Macht auf jeden Fall Spaß.

(08) "Der wunde Punkt" bietet eine Durchschnittsfamilie, in der jeder seine Macken kultiviert, und feinen, englischen Humor. In (09) Hilsenraths Buch erleben wir mit Max Schulz die Zeit vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg. Normalerweise bin ich inzwischen gesättigt, was Bücher über den 2WK angeht, aber mir hat der Stil gefallen. Respektlos und ironisch erzählt die Geschichte aus Täterperspektive.


(10) "Ein ganzes halbes Jahr" in einem Wort: seufz. Ich habs gleich zweimal hintereinander gelesen und war heilfroh, danach gleich mit "eine Handvoll Worte" weitermachen zu können, das ist nämlich genauso schön. (11) Ganz ohne skandinavische Krimis gehts dann doch nicht. Um Väter und ihre Kinder gehts im "Himmel auf Erden". Verschiedene Handlungsebenen und die Perspektivwechsel, der Schreibstil kurz und knapp - ja, das  funktioniert bei mir. (12) "Fegefeuer" von Sofi Oksanen ist heftig. Schwere Kost, die mich arg mitgenommen hat.  Unbedingt lesenwert und empfehlenswert, aber nichts für zartbesaitete Gemüter.

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mambapferd ist

von der guten Seite, nerdy, Turnschuhträgerin, Mama von zwei Jungs, stiller Beobachter, viel zu häufig Gutmensch, eine gute Köchin, kreativ, für gemeinsames Schweigen zu haben, gerne am Meer, dickköpfig, verheiratet, in der Lage Ruhe ausstrahlen zu können, Nutella-mit-Käse-Esser, manchmal schwer von Begriff, ein überschaubares Risiko für den Straßenverkehr, leicht zu begeistern, schockiert wie alt ich schon bin.

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