Büps im Wolfspelz, Teil 2

Jetzt ist die Fastnet schon fast wieder vorüber, das spektakuläre Wolfskostüm bereits mehrfach zum Einsatz gekommen, und ich muss mich sputen, den zweiten Teil der Anleitung hier endlich mal zu posten.  Wo waren wir stehengeblieben?


Den Wolfsschwanz habe ich nach Augenmaß doppelt im Stoffbruch zugeschnitten, rechts auf rechts zusammengenäht und nach dem Wenden unterhalb des Reißverschlusses eingesetzt. Er sitzt ein bißchen zu tief, da der Reißverschluss so lang ist, aber egal. Jetzt kann man das Kostüm rundum schließen, beginnend mit den innereren Beinnähten. Die Kapuze habe ich nach dieser Anleitung zugeschnitten. Kapuzen sind normalerweise eine richtige Hürde für mich, diese hier hat überraschenderweise gepasst. Die Ohren habe ich von Hand aufgenäht.


Wer jetzt mitgedacht hat (was ich beim Nähen nicht getan habe), wird merken: Reißverschluss am Rücken und Kapuze - das wird aber eng. Stimmt. Rein ins Kostüm hab ich das Kind mit akrobatischem Eifer noch bekommen, raus nicht mehr. Zu zweit haben wir am ihm gezogen, gedrückt und geschoben. Schultern voran, Popo voran, Kopf voran, der Büps hat festgesteckt. Die Fotos oben sind gemacht worden, bevor er schniefend gefragt hat, ob er jetzt für immer im Wolfspelz beliebn muss, sogar an Weihnachten. 

Das Kostüm habe ich zwar etwas größer geschnitten, quasi zum Mitwachsen, eigentlich hatte ich mir dabei aber vorgestellt, dass das Kind außerhalb des Pelzes wächst. Half alles nicht, also zur Schere gegriffen und die Kapuze am Hinterkopf neben der Naht aufgeschnitten. Auftrennen wäre gar nicht gegangen, zum einen ist es keine so gute Idee, mit einem Nahttrenner am Kopf einen zappelnden Kindes zu hantieren, zum anderen sind Covernähte echt blöd aufzutrennen. Der Schaden war alles in allem aber überschaubar. Später habe ich einen Klettverluss an die beiden hinteren Kapuzenteile genäht, das Fell verdeckt Nähte sehr gut, und so ist von der Pfuscherei gar nichts mehr zu sehen.

Eine größere Herausforderung war dann noch die Wolfsmaske, denn das Kind hatte ja ganz genaue Vorstellungen davon, wie ein Wolf auszusehen hat. Alle Vorlagen, die ich mir so ergoogelt hatte, fand ich blöd. Dazu kommt, dass die Ohren ja schon an der Kapuze festgenäht waren, eine Maske ohne Ohren trotzdem nach Wolf aussehen zu lassen war gar nicht so einfach. Etliche Zeichnungen hatte ich wieder verworfen, bis diese hier mir dann gefallen hat:

Da das Fell von innen recht kratzig und steif ist, habe ich ein Jerseyfutter auf die Innenseite genäht. Das hatte außerdem den Vorteil, dass ich das Gummiband zwischen den Lagen fassen konnte, anstatt es seitlich anzunähen. Die Löcher für die Augen habe ich zum Schluss erst als Kreise mit der Maschine genäht und dann mit einer kleinen, spitzen Schere ausgeschnitten. 

Fertig geworden bin ich damit abends um 11, am Tag vor dem Faschingsball im Kindergarten. Timing, würde ich sagen ;) Und ab damit zum Kopfkino.

Kommentare: 6 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Sockenlotte (Sonntag, 02 März 2014 18:36)

    Echt genial geworden! Was für ne Arbeit!

  • #2

    Katharina (Sonntag, 02 März 2014 19:25)

    Wow, das ist mal ein richtig tolles und vor allem besonderes Kostüm!

  • #3

    Christina (Sonntag, 02 März 2014 21:43)

    Das Kostüm ist super, vieleicht was für nachster Jahr für meinen kleinen.

  • #4

    Christine (Dienstag, 04 März 2014 14:48)

    Das Kostüm ist herrlich und die Geschichte dazu auch (zumindest für mich :)).
    Und schön, dass sich der Büps trotzdem wieder in den Wolfspelz getraut hat, meinen hätte ich da wahrscheinlich nie wieder reingekriegt.

  • #5

    Streuterklamotte (Donnerstag, 20 März 2014 10:50)

    Das ist ein so tolles Kostüm!!!
    LG und danke fürs Zeigen, wie es geht,
    Sabine

  • #6

    Pamela (Dienstag, 08 April 2014 22:05)

    Unglaublich! Ich bewundere dieses Kostüm und deine Arbeit total!

    Viele liebe Grüße
    Pamela

mambapferd ist

von der guten Seite, nerdy, Turnschuhträgerin, Mama von zwei Jungs, stiller Beobachter, viel zu häufig Gutmensch, eine gute Köchin, kreativ, für gemeinsames Schweigen zu haben, gerne am Meer, dickköpfig, verheiratet, in der Lage Ruhe ausstrahlen zu können, Nutella-mit-Käse-Esser, manchmal schwer von Begriff, ein überschaubares Risiko für den Straßenverkehr, leicht zu begeistern, schockiert wie alt ich schon bin.

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