Nordisch, uh uh uhhh!

Na huch, hier muss man ja schon den Staub wegpusten ... Sorry, die Blogpflege stand in letzter Zeit nicht ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Heute will ich aber mal ein Stündchen investieren und ein bißchen von dem zeigen, was mich in der vergangenen Woche so beschäftigt hat.


Schon ganz lange gefallen mir Kindershirts, wie sie von den skandinavischen Labels verkauft werden. Selber genäht hatte ich solche bislang nie. Bündchen annähen war irgendwie immer einfacher, als mit Jerseystreifen zu säumen, und ich gehe da ja schon meistens den Weg des geringsten Widerstandes. Leicht verständlich Anleitungen dazu gibts aber im Netz zuhauf (ich empfehle an dieser Stelle das kleine Kragenlatein von HHL, falls es jemanden gibt, der das noch nicht kennt). Also hab ich mich nun doch mal getraut und ein Langarmshirt genäht. Der Schnitt ist übrigens aus Ottobre 06/2013.

Böse Zungen behaupten ja, dass diese Shirts immer ein wenig nach Schlafanzug aussähen. Nun, was das angeht sind meine Kinder hartgesotten. Meist auffällig bunt gekleidet wurde mein Großer vor ein paar Jahren einmal in einem Restaurant von einem anderen Kind erst angestarrt, dann hörten wir, wie das Kind am Nebentisch seine Eltern fragte "Was hat der denn an?" Die Mutter beruhigte das Kind indem sie antwortete "Der kommt bestimmt von der Fasnet". 

Öhm, nö, das war kein Kostüm. Wir laufen eigentlich immer so rum. Und ja, wir wohnen sehr ländlich. ;)

Das zweite Shirt, zum Geburtstag für meinen Neffen, flutschte schon besser. Vielleicht hätte ich am Rechner die Seite mit der Anleitung offen lassen sollen, und auch beim zweiten Shirt noch ab und an mal draufschauen, denn - schwupps, schon hatte ich den Jerseystreifen auf der falschen Seite angenäht. Leider typisch. Nochmal abschneiden? Mh, dann wird vielleicht der Ausschnitt zu groß und labberig... Egal, ich näh das jetzt so fest. Und siehe da, das Endergebnis unterscheidet sich kaum vom ersten Shirt. 


Das wirklich Gute dabei ist aber, dass ich damit das einzig wirkliche Problem beim Nähen umgehen kann: Beim Schließen der Schulternaht über den Jerseywulst steigt meine Ovi nämlich aus. Beim Lesen der Kommentare zu Susannes Tutorial hab ich schnell gemerkt, dass das nicht nur mir so geht und so manch andere vor dem gleichen Problem steht. Näht man die Schulternaht vom "aussen", also vom Ärmelansatz her, verschiebt die Maschine den Jerseystreifen so sehr, dass der Kragen an der Stelle später nicht mehr aneinandertrifft. Auch eine Sicherungsnaht hat da nix genützt. Beim Versuch die Schulternaht von "innen" her zu schließen, also beginnend beim Kragen, hat die Maschine gleich gestreikt. Immerhin sind es auch 8 Lagen Stoff, über die da drübergerattert werden soll. (2 Lagen Jersey von Vorder- und Rückenteil, plus der Einfassstreifen, der hier jeweils dreifach liegt - das Ende wird ja nach innen gesteckt)


Mit der "Falschrum-Methode" spart man sich immerhin zwei Stofflagen, was meine Ovi extrem zu schätzen weiß und nun dienstbeflissen ihre Arbeit verrichtet. Wer auch mal falschrum will, für den zeig ich es hier nochmal im Detail.

Bündchenstreifen (ca. 3,5 cm breit) rechts auf rechts an die Halsöffung nähen.

Das Shirt liegt unten, der Einfasstreifen oben, damit dieser beim Annähen ordentlich gedehnt werden kann.


Jetzt den Streifen nach innen umschlagen, die Ovinaht liegt dabei nach oben geklappt.

Von der rechten Seite her mit einem Geradstich drüberrattern.


Wenn man die Halsöffnung jetzt schließt, ist der mit Jerseystreifen gesäumten Kragen angenehm dünn, sodass die Overlock das Schließen der Schulternaht (bzw. Seitennaht, denn bei den Ärmeln ist es ja das Gleiche) locker schafft. 

Am Ärmel sieht es dann so aus. Klar ist innen nun der Abschluss des Einfassstreifens nicht gesäumt oder verdeckt. Da der aber auch nicht ausfranst, ist das ja völlig gleich.


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mambapferd ist

von der guten Seite, nerdy, Turnschuhträgerin, Mama von zwei Jungs, stiller Beobachter, viel zu häufig Gutmensch, eine gute Köchin, kreativ, für gemeinsames Schweigen zu haben, gerne am Meer, dickköpfig, verheiratet, in der Lage Ruhe ausstrahlen zu können, Nutella-mit-Käse-Esser, manchmal schwer von Begriff, ein überschaubares Risiko für den Straßenverkehr, leicht zu begeistern, schockiert wie alt ich schon bin.

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